Die Augen petzen sich scharf zu kleinen Schlitzen zusammen, während der Mund sich weit öffnet, um erst einen gewaltigen Atemzug zu nehmen und anschließend die verbrauchte Luft aus den Lungen zu pusten. Dabei recken und strecken sich die eben noch so regungslosen arme in der frischen, aufheizenden Sommerluft. Ein Morgen, wie er sein muss. Der letzte Sand wird aus den Augen gerieben, die Gegend begutachtet und sich an der schönen Umgebung erfreut. Die Blätter an den Bäumen rascheln in einem milden Windhauch. Auf einmal kommt ein Danilo um die Ecke, er ist gut gelaunt und hält etwas in der Hand. 2 Bäckertüten mit köstlichem Allerlei. Ach ja richtig, wir sind ja noch auf Reisen.
In Wirklichkeit hoben wir uns die Leckerbissen auf und nahmen ein ausgezeichnetes Frühstück im nahe gelegenen Restaurant ein.
In Wirklichkeit hoben wir uns die Leckerbissen auf und nahmen ein ausgezeichnetes Frühstück im nahe gelegenen Restaurant ein.
Und anschließend gingen wir an den See zum Frühbaden.
Das Wasser war noch ein ganzes Stück kälter als gestern, aber die Erfrischung nicht zu toppen. Zudem war es noch sehr leer, doch mit der Zeit füllte sich die Wiese mit kleinen und großen Familien, jungen Pärchen und Sportbegeisterten. Trotz der Menschentraube, die sich auf dem überschaubaren Platz am See ausbreitete, war es stets angenehm ruhig. Hier verstand man andere Leute Ruhe zu respektieren und zu wahren. Ein großer Pluspunkt für die Location! Wer ruhen wollte, der lag auf der Wiese, wer Wasserspaß wollte, der begab sich ins kühle Nass, wer Hunger bekam, suchte das wenige Meter entfernte Büdchen oder das dahinter gelegene Restaurant auf, wer Hummeln im Po hatte, konnte Besichtigungen machen, Kajak oder Kanu fahren, Rudern, Paddeln, Angeln, Wandern, Radfahren, die Möglichkeiten waren schier endlos. Und das ist wohl auch das Erfolgsgeheimnis dieser beliebten Urlaubsorte - jeder macht das, worauf er Lust hat. Wieder wurde es Mittag und wieder mussten wir etwas tun, um unseren Tatendrang zu stillen. Ab ins Auto und weiter geht's!
Wir verließen Slowenien und fanden uns in Italien wieder. In Raibl/Cave del Predil gab es eine, für mich, ganz besondere Attraktion zu bestaunen - den Raibler See/Lago del Predil. Schon oft genug und auch besonders im Laufe dieses Roadtrips wurde ich belehrt, dass es ländertypische, einzigartige geologische Meisterwerke tatsächlich aber mehrfach und überall auf der Welt gibt. Der Raibler See war für mich einmal wieder die Bestätigung dafür. Wer könnte bei diesem Anblick schon sagen, auf welchem Kontinent oder gar in welchem Land dieser Erde er sich gerade befindet?
Man könnte hier wohl auf spannende Entdeckungstour gehen, doch dazu kam es leider nicht, da sich die Wolken türmten und bald die ersten, dicken Regentropfen auf unsere heißen, sonnengebräunten, nackten Schultern tropften.
Wir verließen Slowenien und fanden uns in Italien wieder. In Raibl/Cave del Predil gab es eine, für mich, ganz besondere Attraktion zu bestaunen - den Raibler See/Lago del Predil. Schon oft genug und auch besonders im Laufe dieses Roadtrips wurde ich belehrt, dass es ländertypische, einzigartige geologische Meisterwerke tatsächlich aber mehrfach und überall auf der Welt gibt. Der Raibler See war für mich einmal wieder die Bestätigung dafür. Wer könnte bei diesem Anblick schon sagen, auf welchem Kontinent oder gar in welchem Land dieser Erde er sich gerade befindet?
Der dichte, dunkle Nadelwald, gepaart mit Laubbäumen und Sträuchern gab der Gegend eine mystische Atmosphäre. Das grün-blaue, in die Tiefe gehende, glasklare Wasser, das so brach und kühl im Tal der Berge lag, fühlte den Ort mit etwas lebendigem und verlieh Frische und Reinheit. Ganz im Gegensatz zu dem stillgelegten, verlassenen, alten Bergwerk, das eher einen gespenstischen Eindruck machte. Doch das verschwand für den Moment in den Bergschluchten. Das Gemisch aus Kies und Sand gab dem See einen passenden Kontrast und spannende Pfade, die entdeckt werden wollten. Die massiven, ja gewaltigen Berge, die einfach so wie Giganten aus dem Boden empor ragten, legten einen drückenden, aber abenteuerlichen und wundervollen Charme über die Gegend. Wie sie da standen und ihre Gipfel hin und wieder von leichtem Dunst verschleiert wurden. Irgendwie fühlte ich mich sicher und geschützt zwischen ihnen. Die weite, aufgeschüttete Insel in mitten des Sees war bestückt mit kahlen Flächen, ebenso wie mit dichtem Wäldchen und weichen, hölzernen Wegen darin.
Man könnte hier wohl auf spannende Entdeckungstour gehen, doch dazu kam es leider nicht, da sich die Wolken türmten und bald die ersten, dicken Regentropfen auf unsere heißen, sonnengebräunten, nackten Schultern tropften.
Auch wenn es ein kurzes Vergnügen war, so war es auch Liebe auf den ersten Blick und eines unserer geistigen Errungenschaften, die wir uns im Hinterkopf behalten, um eines Tages, mit mehr Zeit und gutem Wetter zurückzukehren.
Die Wolkendecke wurde dichter und dunkler, sodass wir versuchten aus der "Nasszelle" zu entkommen und fuhren gen Norden, wo es zumindest vorrübergehend besser aussah.
Die Wolkendecke wurde dichter und dunkler, sodass wir versuchten aus der "Nasszelle" zu entkommen und fuhren gen Norden, wo es zumindest vorrübergehend besser aussah.
Zack, schon wieder hatten wir eine Ländergrenze passiert und standen nun in Österreich. Nun überlegten wir, wie es weitergehen sollte, und wo wir unseren heutigen Endpunkt setzen wollten. Nach ausgiebiger Berücksichtigung aller Gegebenheiten entschlossen wir uns für einen Höllenritt bis in die Nacht hinein, doch wir wollten nach all den Bergblicken endlich Wandern gehen und fuhren strikt durch bis nach Deutschland und Land 4 am heutigen Tage, um uns in Berchtesgaden niederzulassen.
Auf dem Weg hatten wir noch eine minder nette Begegnung mit einem Jäger. Der Weg nach Berchtesgaden war an einer Stelle gesperrt, sodass wir eine ellenlange Umleitung abfahren mussten, die uns durch die tiefste Walachei führte. Gerade kamen wir über eine Kuppe, als ich sagte "Schau mal, der hat sich bestimmt auch verfahren" und deutete dabei auf einen kleinen Wagen, der irgendwo auf einem Feldweg stand. Als wir dem Auto näher kamen, sahen wir, dass der Fahrer draußen stand, mit dem Oberkörper auf der Motorhaube abgelehnt und ein Gewehr in den Händen. Sein Lauf zielte auf die Straße, die wir in wenigen Sekunden entlangfahren würden. In Eile verfolgte ich seine Schussrichtung und erblickte auf der anderen Seite auf der Wiese am Waldesrand ein armes, unschuldiges Reh, das gerade sein Abendessen einnahm und vergnügt auf ein paar Grashalmen herumkaute. Panisch schrie ich auf und wir kamen zum Stehen. Das irritierte das Reh uns es blickte auf. Wir blickten das Reh an, dann blickten wir den Jäger an. Er hatte die Kugel noch nicht abgefeuert. Der Jäger sah uns an. Er war zu weit weg, als dass wir sein Gesicht gesehen hätten, doch es war uns schon klar, dass wir ihm gerade seine Beute streitig gemacht hatten. Er gab uns mit einem heftigen Wink zu verstehen, dass wir weiterfahren sollten. Das taten wir auch, das Reh hingegen blieb wie angewurzelt stehen, bis wir an ihm vorüber gefahren waren und beobachtete uns angespannt. Es ahnte schon, dass hier etwas mächtig stank. Ich getraute mich nicht einen Blick zurück zu werfen. Viel zu groß war die Angst das Tier fallen zu sehen. Danilo fuhr sehr langsam, sodass wir den Schuss hätten hören können, doch es fiel keiner. Mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit hatten wir dem braunen, flauschigen Knäul mit den großen Augen das Leben gerettet und stellten uns vor, wie es nun weiter fröhlich im Wald umhersprang. Wir fuhren weiter unserem Ziel entgegen.
Dort kamen wir spät in der Nacht an, ohne Plan und Idee, wo wir bleiben sollten. Doch nach näherer Betrachtung schoben wir Flip ein paar Höhenmeter nach oben und fanden Rast und Rat auf dem Obersalzberg, der uns als Ruheort dienen sollte.
Auf dem Weg hatten wir noch eine minder nette Begegnung mit einem Jäger. Der Weg nach Berchtesgaden war an einer Stelle gesperrt, sodass wir eine ellenlange Umleitung abfahren mussten, die uns durch die tiefste Walachei führte. Gerade kamen wir über eine Kuppe, als ich sagte "Schau mal, der hat sich bestimmt auch verfahren" und deutete dabei auf einen kleinen Wagen, der irgendwo auf einem Feldweg stand. Als wir dem Auto näher kamen, sahen wir, dass der Fahrer draußen stand, mit dem Oberkörper auf der Motorhaube abgelehnt und ein Gewehr in den Händen. Sein Lauf zielte auf die Straße, die wir in wenigen Sekunden entlangfahren würden. In Eile verfolgte ich seine Schussrichtung und erblickte auf der anderen Seite auf der Wiese am Waldesrand ein armes, unschuldiges Reh, das gerade sein Abendessen einnahm und vergnügt auf ein paar Grashalmen herumkaute. Panisch schrie ich auf und wir kamen zum Stehen. Das irritierte das Reh uns es blickte auf. Wir blickten das Reh an, dann blickten wir den Jäger an. Er hatte die Kugel noch nicht abgefeuert. Der Jäger sah uns an. Er war zu weit weg, als dass wir sein Gesicht gesehen hätten, doch es war uns schon klar, dass wir ihm gerade seine Beute streitig gemacht hatten. Er gab uns mit einem heftigen Wink zu verstehen, dass wir weiterfahren sollten. Das taten wir auch, das Reh hingegen blieb wie angewurzelt stehen, bis wir an ihm vorüber gefahren waren und beobachtete uns angespannt. Es ahnte schon, dass hier etwas mächtig stank. Ich getraute mich nicht einen Blick zurück zu werfen. Viel zu groß war die Angst das Tier fallen zu sehen. Danilo fuhr sehr langsam, sodass wir den Schuss hätten hören können, doch es fiel keiner. Mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit hatten wir dem braunen, flauschigen Knäul mit den großen Augen das Leben gerettet und stellten uns vor, wie es nun weiter fröhlich im Wald umhersprang. Wir fuhren weiter unserem Ziel entgegen.
Dort kamen wir spät in der Nacht an, ohne Plan und Idee, wo wir bleiben sollten. Doch nach näherer Betrachtung schoben wir Flip ein paar Höhenmeter nach oben und fanden Rast und Rat auf dem Obersalzberg, der uns als Ruheort dienen sollte.













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