Sonntag, 24. Juli 2016

Die erste Panne

Tag 10
Diesen Morgen, ein Sonntagmorgen, würden wir so schnell nicht vergessen. Zunächst waren wir die ganze Nacht bemüht gewesen, dass uns keiner entdecken würde, denn Camping war hier nicht erlaubt. Da wir auf einem öffentlichen Schotterparkplatz unweit der großen Campinganlage standen, versuchten wir uns so wenig wie möglich zu bewegen um verratendes Wackeln, Schaukeln und tanzende Schatten zu vermeiden.
 
Am folgenden Morgen waren wir erst einmal froh, dass uns niemand fortgeschickt oder die Polizei gerufen hatte. Kaum dass wir aus unserem Traumland erwacht waren, wurden wir von einem anderen Auto beinahe eingeparkt und aus diesem Grund wollten wir das Auto erstmals an diesem Tag bewegen. Doch das sollte so einfach nicht klappen. Das Auto sprang nicht an. Es machte nicht einmal mehr einen Mucks. Ich sage es ja, Sonntagmorgen. Wir einigten uns darauf, dass es an der Batterie liegen musste. Während ich am Auto wartete, flitzte Danilo zur nächsten Tankstelle um Hilfe und Rat zu holen. Doch das einzige, was er dort vorfand, war ein verzweifelter Wohnmobilfahrer mit selbigem Problem. Scheinbar hatte die Hitze unseren Autos ganz schön zugesetzt. Weit und breit war keine Hilfe in Sicht, kein Überbrückungskabel und auch kein Meter Platz, um das Auto anzuschieben. Wir hatten also nur die Wahl zum Telefon zu greifen. Zum Glück hatte Danilo im Vorfeld eine Auslandsversicherung abgeschlossen. Zwar hatten wir uns schon darauf eingestellt den halben Tag warten zu müssen, doch die HUK Coburg sorgte dafür, dass nur 20 Minuten später ein fachkundiger Kroate auf dem Platz stand und unseren Flitzer wieder zum Laufen brachte! 

Der Übeltäter...oder die Übeltäterin!

Wir waren restlos begeistert und froh, dass es tatsächlich nur die Batterie war, die uns diesen kleinen Schrecken eingejagt hatte. Ein Hoch auf die HUK! Doch auf Rat des Mechatronikers mussten wir nun, an einem Sonntag, versuchen eine neue Batterie zu finden, da uns die alte auf der weiteren Route mit Sicherheit nicht glücklich machen würde. Welch Spaß, Kinder! Besonders dann, wenn man das Auto durchgängig laufen lassen muss.
Wir fuhren eine Tankstelle nach der nächsten an und hatten Mühe und Not den Kroaten unser Problem zu schildern, doch Tankstelle Nummer 4 konnte uns endlich helfen. So, nun haben wir eine neue Batterie. Und nu? Passendes Werkzeug haben wir nicht. Auch der Wart konnte uns nicht aushelfen und verwies lediglich auf eine Autowerkstatt in der Nähe. In dem Moment erspähte ich einen Abschleppwagen. Wenn der mal kein Werkzeug für uns hat! Also hockten wir nun da und warteten, bis der Fahrer aus der Kantine kam. Wie eine Wildkatze auf Frischfleisch pirschte ich mich an den älteren Herren heran, setzte mein freundliches Lächeln auf und fragte, ob er Englisch spreche. "Naah!" fuhr er zurück und würdigte mich keines Blickes. "Okay, okay", murmelte ich und wollte gerade kehrt machen, als er mich über seine Brille blickend und den Schnurrbart zwirbelnd anschaute und sagte: "Italiano, Deutsch, Espagñol, ...!" "Deutsch?!", das war ja perfekt! Schon wippten meine Mundwinkel wieder in den Himmel. Kurz erklärte ich das Malheur und 2 Minuten später steckte sein Kopf unter unserer Motorhaube. Zwar fragten wir bloß nach Werkzeug, denn wechseln konnten wir das Ding ja selbst, doch kaum dass wir einen Ton sagten konnten, war es schon geschehen.
Wenn ich mich auch gegen beinahe alles gesträubt habe, was mir meine Eltern im Laufe meiner Erziehung beibringen wollten, so habe ich aber eines behalten - das Wechseln einer Autobatterie.
Mit einem einfachen Handschlag waren seine Bemühungen bezahlt und gewürdigt. Jetzt konnte die Reise weitergehen.
Und zwar ging es nun an den Limski Kanal. Recht schön anzusehen aber zum Baden eher ungeeignet. 
Darum fokussierten wir unseren Blick auf die Prirate Cave, Limski Fjord. 

Ein steiler, von Kakteen und Gestrüpp gezierter, steiniger Weg führte uns zuerst hinab zur Höhle, anschließend ans Wasser, auf einen Bootssteg. Ab und zu schwappten ein paar Spritzer Süßwasser hinauf und sorgten für ein angenehm kühles Gefühl an den Füßen. Doch hielt es uns auch hier nicht lange, denn wir brauchten eine richtige Abkühlung und die fanden wir in Barbariga.
Danach ging es zügig weiter nach Peroj und gleichzeitiger Endstation für diesen verrückten Tag. Versteckt in einem Nadelwald mit Meerblick kochten wir gemütlich etwas Essbares aus Nudeln, Tomatensoße und Gewürzen, um unsere knurrenden Bäuche ruhigzustellen. 

Als Dessert bekamen wir einen recht ansehnlichen Sonnenuntergang serviert und spielten uns, solange bis das letzte Tageslicht von der Dämmerung besiegt wurde, die Finger wund mit unseren Spielkarten.
Auf dem Parkplatz eines großen aber durchweg verkommenen Campingplatzes, dafür im Schutze von Bäumen und Sträuchern, krochen wir in unser Auto, das seit heute endlich einen Namen hat. Wegen der Warterei am Auto hatten wir genügend Zeit, um einen würdigenden Namen zu finden. Der grüne Flitzer heißt fortan Flip.

Impressionen des Tages:
Wenn Danilos Parkscheibe mal nicht die coolste der Welt ist!!!

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