Samstag, 16. Juli 2016

Mit dem Campingstuhl auf der Autobahn

Tag 2
Uaaaaaarghh! Das war der erste Laut des sich streckenden Urzeitgetiers neben mir. Übersetzt hieß das wohl: "Mensch, was hab ich gut geschlafen!" Kein Wunder, denn die gebaute Bettgestellkonstruktion stand einem Himmelbett gefühlt in nichts nach. Ab 8 Uhr morgens wurde der Parkplatz, auf dem wir standen, gebührenpflichtig und das sah man auch. 5 Minuten vor 8 begann hier eine wilde Einpackparty und wenig später waren alle Fahrzeuge hinter einer Staubwolke verschwunden. Wir guckten uns verdutzt an, zuckten mit den Schultern und verstanden die ganze Aufregung gar nicht. Gemütlich trotteten wir zum Campingplatz, um unser übriggebliebenes Geschirr abzuwaschen, ein paar Spritzer kaltes Wasser ins Gesicht zu klatschen und uns anschließen auch vom Acker zu machen. Heute geht's ab nach Österreich!

In Friedrichshafen deckten wir uns noch fix mit Lebensmitteln und frischen Frühstücksbrötchen ein und suchten uns dann unseren Weg an die deutsch-österreichische Grenze. Das Panorama auf der Strecke verhinderte, dass wir Augen oder Mund schließen konnten; es war ein Traum! Dieses unvergleichliche Grün der Wiesen, auf denen die glücklichsten Kühe des Planeten grasen und einem tiefenentspannte Blicke zuwerfen. Diese in den Himmel ragenden Bergspitzen, so wahnsinnig hoch und weit und zugleich einsam und ruhig. Ein Platz, an dem die Zeit still steht. Die einzigen Genossen, die dort oben Gesellschaft leisten, sind die zarten Wolken, die über die kühlen Gipfel hinwegwandern. Vielleicht noch ein paar Bergziegen und Krabbeltiere. Folgt man dem schweifenden Blick nach unten, staunt man Bauklötze über das gewaltige Ausmaß dieser Steingiganten. An den Rockzipfeln der charismatischen Panoramaberge beginnt der dichte Nadelwald, der hin und wieder durch steile Schluchten und Geröll unterbrochen wird. Das sind die Alpen.

Zeit, diese Gewalt an Schönheit zu genießen, hatten wir genug. Schlau wie wir waren, hörten wir im Autoradio von einem endlosen Stau auf der Autobahn nach Füssen. Dumm wie wir waren, standen wir 3 Minuten später selbst mittendrin. Juhuu. Mit dem Campingstuhl auf der Autobahn sitzen und den Ausblick genießen, das kann auch nicht jeder! :)

...

Freiheit für die Käsefüße!!!

Gönn' dir was!

Nach dem Schneckenrennen auf der Autobahn hatten wir uns eine kleine Gönnung verdient. Wie gut, dass gerade die Ruine Ehrenberg in Sichtweite emporstieg. Kleines Päuschen, ein wenig Bewegung und dann ganz viel weitere Bauklötze staunen, aber ich lasse ab jetzt mal die Bilder für sich sprechen:

Nanu, eine Hängebrücke! :)





Und für seine charmante Art bekommt Danilo von wildfremden Menschen Schnuckel geschenkt :D





Der Torbogen ist irgendwie traurig - versteh' ich gar nicht!



...und hinter den Kulissen "kein Müll abladen"











Jeder hat irgendwo auf der Welt seinen Platz. Das ist meiner!

...und so sieht es aus, wenn man mich von dort wegholen will!




Nach der vielen Bergluft, die ungehindert in unsere Lungen strömte, weil uns die Kinnlade heruntergebrochen war, mussten wir am frühen Abend einen Platz zum Relaxen und Ausruhen aufsuchen. Das war nicht all zu schwer. In Stam fanden wir ihn... :)

Campingplatz Eichenwald

Danilo kocht Kaffee...oder versucht es...

...ich relaxe :) Ja!

Und hier bleiben wir. Morgen schon ist Sonntag und um halb 10 geht's zu meiner Überraschung...wuhu!

Impressionen auf dem Weg:

Zugspitzenblick




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