Tag 11
Guten Morgen Sonnenschein! Wenigstens ein paar milde Sonnenstrahlen weckten uns auf und lockten uns aus unserer fahrenden Mammuthöhle. Frecher Weise schlichen wir uns auf den großen, ungepflegten Campingplatz, um wenigstens eine Dusche zu nehmen. Die Nasszellen waren derart eklig, alt und modrig, dass wir keinerlei schlechtes Gewissen pflegten, unerlaubt "warmes" Wasser benutzt zu haben. Man hatte hier wohl sogar mehr Zuschauer als auf einem Helene Fischer Konzert. Ebenso nervig und lästig wie jene Fans, waren auch unsere kleinen, geflügelten Zuschauer hier. Nur dass diese hier nicht der himmelhoch jauchzenden Musik wegen eine beflügelte Stimmung hegen, sondern sie tatsächlich befähigt waren durch die Luft zu sausen. Sie saßen in den Duschvorhängen und bewegten sich nur langsam. Das machte sie trotzdem nicht weniger ekelerregend. Nie zuvor war ich so schnell aus einer Duschkabine herausgesprungen wie an diesem einen Morgen.
Das Frischegefühl machte sich trotz des vielen Ekels langsam breit und damit hatte sich der Marsch über den Campingplatz doch gelohnt. Weiter geht's - Abfahrt nach Premantura!
Der Südzipfel von Istrien war unser nächstes Ziel an diesem immer heißer werdenden Tag. Wie in einem Eierkocher wurde es brodelnd heiß in unserem Flip und mit der Zeit nahezu unerträglich. Wie gut, dass wir bald ankamen. In Premantura besorgten wir uns das Ticket für 40 Kuna und damit den Eintritt zum Kap Kamenjak. Außerdem sprangen für mich ein Paar totschicke Wasserschuhe dabei heraus, die mir heute noch das Leben, oder besser die Füße retten sollten.
Über eine ausgetrocknete Schotterpiste führte uns eine einzige, ich möchte es mal "Straße" nennen, zu den verschiedensten Stränden. Die meisten davon waren auf Grund der hohen Temperaturen und Ferienzeit proppenvoll, darum suchten wir uns unsere persönlichen Lieblingsstrände heraus und verweilten dort bis zu den Abendstunden. Camping ist hier im Nationalpark nicht erlaubt - schade aber natürlich vollkommen nachvollziehbar.
Zum Abschluss besuchten wir die Safari Bar, eine Bar umwachsen von meterhohem Schilf, verwinkelt wie ein Labyrinth, ausgestattet mit Bambusmobiliar und jede Menge Möglichkeiten seinen kindlichen Spieltrieb auszuleben. Unterhalb der Bar erstrecken sich auch hier viele schöne Bademöglichkeiten, Klippen zum herunterspringen und zahlreiche belebte Felsen und Höhlen, die man super mit einer Taucherbrille erkunden kann.
Übrigens:
Habt ihr euch jemals über die vielen einzelnen Schuhe, die man so am Wegesrand, auf der Autobahn und an den verlassensten Plätzen der Welt findet, gewundert? Wo kommen die wohl her und warum liegen sie hier? Wem haben sie gehört und warum sind es immer nur einzelne Schuhe, nie aber ein Paar?
Wir haben heute vielleicht zur Aufklärung dieses Mythos beigetragen.
Als wir an der Safari Bar ankamen, suchten wir fieberhaft Danilos Schuhe, die er kurzerhand als Wasserschuhe umfunktioniert hatte. So sehr, wie die Dinger nach undefinierbaren, verstorbenen Pelztieren rochen, würde die doch keiner geklaut haben? Aber wir konnten sie mit Gewalt nicht finden. Erst auf dem Rückweg wurden wir erleuchtet. Denn plötzlich lag da etwas staubpaniertes, etwa 25-30 Zentimeter großes, schwarzes Etwas auf dem staubigen Weg. Der aufwirbelnde Staub hatte es unkenntlich gemacht, doch als wir anhielten und das USO (unbekannte Stinkobjekt) näher betrachtet, waren alle Zweifel beseitigt - es war einer von Danilos Schuhen. Er hatte sie zum Trocknen auf Flips Dach gestellt und dann wohl vergessen haben. Man muss aber anerkennen, dass der Schuh sich ziemlich lange auf der heißen, glatten Oberfläche festgehalten hatte, bevor er heruntergepurzelt war, denn wir legten mit Schuh auf dem Dach doch einige hundert Meter inklusive wildem Kurvenverlaufs zurück ehe er sich freiwillig den Abgrund hinunterstürzte, um von dem weichen, staubigen Boden aufgefangen und ummantelt zu werden. Der ärmste musste wohl ein Dutzend Male überfahren worden sein, dass er eine solche Staubkruste bilden konnte. Aber auch hier zeigte sich wieder das Phänomen: Es bleibt immer nur ein Teil des Schuhpaares übrig, das andere verschwindet auf unerklärlicherweise in irgendeiner Zwischenwelt und wart nie mehr gesehen. Zunächst packten wir ihn noch voller Mitleid und Reue ein, doch am Abend fand er sein letztes Schicksal in der Mülltonne eines Campingplatzes. R.I.P.
Ein ereignisreicher Tag und große Anstrengungen für unsere Augen, die all die Schönheit und Idylle verarbeiten mussten, neigte sich langsam dem Abend zu. Höchste Zeit einen Schlafplatz ausfindig zu machen. Der Wäscheberg in unserem Flip wurde immer größer und unsere elektronischen Geräte hatten spätestens nach diesem Tag keinen Saft mehr - wir genehmigten uns also an diesem Abend einen nicht in der Budgetplanung berücksichtigten Aufenthalt auf einer Campinganlage. Und die war vom allerfeinsten! Kamp Pomer!
Direkt am Wasser gelegen, einwandfreie Sanitäranlagen, keine nervigen Nachbarn und ein ausgezeichneter Service; dafür ließen wir doch gerne ein paar Kuna springen! Außerdem hatten wir nun endlich einmal Gelegenheit unseren paketfrischen Pavillon zum ersten Mal aufzustellen. Besser gesagt kümmerte sich Danilo darum. Doch es wollte gar nicht so recht klappen.
Das Frischegefühl machte sich trotz des vielen Ekels langsam breit und damit hatte sich der Marsch über den Campingplatz doch gelohnt. Weiter geht's - Abfahrt nach Premantura!
Der Südzipfel von Istrien war unser nächstes Ziel an diesem immer heißer werdenden Tag. Wie in einem Eierkocher wurde es brodelnd heiß in unserem Flip und mit der Zeit nahezu unerträglich. Wie gut, dass wir bald ankamen. In Premantura besorgten wir uns das Ticket für 40 Kuna und damit den Eintritt zum Kap Kamenjak. Außerdem sprangen für mich ein Paar totschicke Wasserschuhe dabei heraus, die mir heute noch das Leben, oder besser die Füße retten sollten.
Über eine ausgetrocknete Schotterpiste führte uns eine einzige, ich möchte es mal "Straße" nennen, zu den verschiedensten Stränden. Die meisten davon waren auf Grund der hohen Temperaturen und Ferienzeit proppenvoll, darum suchten wir uns unsere persönlichen Lieblingsstrände heraus und verweilten dort bis zu den Abendstunden. Camping ist hier im Nationalpark nicht erlaubt - schade aber natürlich vollkommen nachvollziehbar.
Die äußerst adrette Rettung gegen die steinige Gefahr des Meeres
Velika Kolombarica
Der Ausblick vom Aussichtsmast
Übrigens:
Habt ihr euch jemals über die vielen einzelnen Schuhe, die man so am Wegesrand, auf der Autobahn und an den verlassensten Plätzen der Welt findet, gewundert? Wo kommen die wohl her und warum liegen sie hier? Wem haben sie gehört und warum sind es immer nur einzelne Schuhe, nie aber ein Paar?
Wir haben heute vielleicht zur Aufklärung dieses Mythos beigetragen.
Als wir an der Safari Bar ankamen, suchten wir fieberhaft Danilos Schuhe, die er kurzerhand als Wasserschuhe umfunktioniert hatte. So sehr, wie die Dinger nach undefinierbaren, verstorbenen Pelztieren rochen, würde die doch keiner geklaut haben? Aber wir konnten sie mit Gewalt nicht finden. Erst auf dem Rückweg wurden wir erleuchtet. Denn plötzlich lag da etwas staubpaniertes, etwa 25-30 Zentimeter großes, schwarzes Etwas auf dem staubigen Weg. Der aufwirbelnde Staub hatte es unkenntlich gemacht, doch als wir anhielten und das USO (unbekannte Stinkobjekt) näher betrachtet, waren alle Zweifel beseitigt - es war einer von Danilos Schuhen. Er hatte sie zum Trocknen auf Flips Dach gestellt und dann wohl vergessen haben. Man muss aber anerkennen, dass der Schuh sich ziemlich lange auf der heißen, glatten Oberfläche festgehalten hatte, bevor er heruntergepurzelt war, denn wir legten mit Schuh auf dem Dach doch einige hundert Meter inklusive wildem Kurvenverlaufs zurück ehe er sich freiwillig den Abgrund hinunterstürzte, um von dem weichen, staubigen Boden aufgefangen und ummantelt zu werden. Der ärmste musste wohl ein Dutzend Male überfahren worden sein, dass er eine solche Staubkruste bilden konnte. Aber auch hier zeigte sich wieder das Phänomen: Es bleibt immer nur ein Teil des Schuhpaares übrig, das andere verschwindet auf unerklärlicherweise in irgendeiner Zwischenwelt und wart nie mehr gesehen. Zunächst packten wir ihn noch voller Mitleid und Reue ein, doch am Abend fand er sein letztes Schicksal in der Mülltonne eines Campingplatzes. R.I.P.
Ein ereignisreicher Tag und große Anstrengungen für unsere Augen, die all die Schönheit und Idylle verarbeiten mussten, neigte sich langsam dem Abend zu. Höchste Zeit einen Schlafplatz ausfindig zu machen. Der Wäscheberg in unserem Flip wurde immer größer und unsere elektronischen Geräte hatten spätestens nach diesem Tag keinen Saft mehr - wir genehmigten uns also an diesem Abend einen nicht in der Budgetplanung berücksichtigten Aufenthalt auf einer Campinganlage. Und die war vom allerfeinsten! Kamp Pomer!
Direkt am Wasser gelegen, einwandfreie Sanitäranlagen, keine nervigen Nachbarn und ein ausgezeichneter Service; dafür ließen wir doch gerne ein paar Kuna springen! Außerdem hatten wir nun endlich einmal Gelegenheit unseren paketfrischen Pavillon zum ersten Mal aufzustellen. Besser gesagt kümmerte sich Danilo darum. Doch es wollte gar nicht so recht klappen.
Dank meiner jahrelangen Festivalerfahrung bin ich so einige knifflige, internationale Zeltbautechniken erprobt, doch bei diesem Exemplar hier wurde selbst mir übel. Für das Protokoll hielten wir fest, dass es tatsächlich nicht an unserer mangelhaften Befähigung oder Fertigkeit lag, die Plane und das Gerüst passten wahrhaftig nicht zusammen. Selbst mit vereinten Kräften und gespannten Blicken unserer Nachbarn, die uns Ansporn gaben, gelang es uns nicht das Teil ordnungsgemäß aufzubauen. Doch wer wären wir schon, wenn uns nichts dazu eingefallen wäre? Ein paar Handgriffe später stand der Pavillon mehr schlecht als recht, dafür aber aufrecht und stramm auf dem Platz. Wir konnten zufrieden sein. Auch die Wäsche war bald fertig. Zur Belohnung für all die Mühen rauschten wir motiviert in Runde 2 unseres Instant-Noodles-Testings mit ernüchterndem Ergebnis: Die Variationen in Down Under waren wesentlich schmackhafter, wenngleich ebenso nährstoffarm und unsättigend. Eine glatte Ungenügend für Knorr, Maggi und Co.
Am Abend quartierten wir uns auf die kleine Mauer am Wasser und hörten dem Wasser zu, wie es den Mondschein mit seinen Wellen in lange, verschwommene Lichtovale verzerrte.
Bei offener Heckklappe, schwappendem Salzwasser und muckeligen Nachttemperaturen geleitete das helle Mondlicht uns in eine tiefenentspannte Schlafphase.
Am Abend quartierten wir uns auf die kleine Mauer am Wasser und hörten dem Wasser zu, wie es den Mondschein mit seinen Wellen in lange, verschwommene Lichtovale verzerrte.
Bei offener Heckklappe, schwappendem Salzwasser und muckeligen Nachttemperaturen geleitete das helle Mondlicht uns in eine tiefenentspannte Schlafphase.













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